April 15, 2009

Mein letzter Betrug an WSOP Horst

Dazu muss ich sagen, Horst habe ich nie groß betrogen. Klar beim Pokern beschissen hab ich schon. Und auch mal falsche Würfel oder ähnliches benutzt. Aber nie große Dinger wo es um sechsstellige Beträge ging. Er war einer, der viel Geld hatte, viel Geld verdiente und vor allem dem Geld egal war. In einem älteren Beitrag habe ich ja bereits geschrieben, wie ich  WSOP Horst kennen gelernt habe und woher sein Name kommt. Im Laufe der Jahre habe ich viel Poker mit ihm gespielt und auch einige Dinger mit ihm durchgezogen. Doch als sich diese Geschichte abspielte, kannte ich ihn noch kaum. Ich durfte nur ab und zu in seiner Runde mitspielen.

Ich muss auch gestehen, dass die folgende Masche nicht von mir stammt. Irgendwo hatte ich über Viktor Lustig gelesen und wie er Al Capone „betrogen” hat. Da ich auch das Vertrauen von WSOP Horst haben wollte, fiel mir diese Geschichte wieder ein und ich versuchte es.

Warum wollte ich, dass er mir vertraute? Naja die Sache ist ganz einfach. Horst war in fast jedem Spiel und jedem Kasino ein gern gesehener Gast. Er hielt sich für einen guten Spieler, der einfach nur Pech hat. Ihm machte jedoch das Pech nichts aus, weil er sonst genug Glück und dadurch Geld hatte. Seine Freundschaft war also ein Türöffner für höhere Spiele und neue Opfer. Natürlich konnte auch sein Geld für weitere Betrügereien genutzt werden. Ihn als Freund und vielleicht auch Partner zu haben, war also nur zu meinem Vorteil.

Es war also ein typischer Abend in einer Pokerrunde mit WSOP Horst. Er bezahlte die Getränke, die Nutten und auch die Mitspieler mehr oder weniger. Ich war schon gut fünfstellig im Plus, als ich einen größeren Pot an ihn verloren habe. Tatsächlich ist es ihm gelungen mich mit einer Straße aus dem Pot zu bluffen. Natürlich bluffte Horst immer. Und niemand legte auch nur ein starkes Paar gegen ihn weg. Naja ihm gelang es und ich begann zu jammern.

Ich erzählte, dass ich das Geld gebraucht hätte und wie toll er doch gespielt hat. Ich war mir sicher er hat mich geschlagen. Die komplette Show hat er bekommen bis er dann neugierig wurde was für eine geile Investition ich geplant hatte. Tot sicher sei sie, und innerhalb von zwei Monaten würde man den Einsatz verdoppeln. Aber ich bräuchte eine halbe Million und hätte nur zweihunderttausend. Er wurde hellhörig und wollte mehr wissen.

Nach der Partie saßen wir zwei noch zusammen und ich erzählte ihm grob um was es ging. Er war begeistert und entschied mir das Geld zu leihen. Natürlich nicht ohne die typischen Drohungen wenn ich ihn betrügen sollte. Eine Woche später hatte ich das Geld und deponierte es auf sichere Art.

Danach verdrückte ich mich zwei Monate nach Frankreich spielte dort vor allem Back Gammon und vertrieb mir die Zeit in den vielen tollen Casinos dort. Ich glaube nirgends in der Welt war es damals so einfach die Kasinos übers Ohr zu hauen wie in Frankreich. Das viele Angebote der Mafia gehörten wusste ich damals nicht. Gott sei Dank ist es gut gegangen.

Nach zwei Monaten ging es zurück und ich meldete mich als fast gebrochener Mann bei WSOP Horst. Ich erzählte ihm davon, dass ich voll auf die Nase gefallen bin und fast alles verloren habe. Sein Geld gab ich ihm wieder und entschuldigte mich bei ihm. Und genau wie damals Al Capone war er begeistert und es hat funktioniert. Er hat erwartet entweder alles zu verlieren, oder seinen Einsatz zu verdoppeln. Das ich zurück komme und beichte das es nicht funktioniert habe und ihm sein Geld trotzdem zurück bringe hat er wirklich nicht erwartet.

Das er eine gute Seele war habe ich ja schon erzählt. Und so war es auch damals. Er lud mich regelmäßig zu noch höheren Spielen ein, gab mir Geld um zu spielen und wollte von dem Gewinn nichts abhaben. Wir fuhren durch ganz Europa auf Pokerturniere und das alles auf seine Kosten. Das war der Beginn einer wunderbaren und profitablen Partnerschaft.

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One response to "Mein letzter Betrug an WSOP Horst"

  1. # Sky commented on April 16th, 2009:

    Yup, der Mann der den Eiffelturm verkaufte, hat auch Al Capone betrogen.

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