Januar 26, 2009

WSOP Horst - oder warum Glücksspiel so furchtbar profitabel sein kann.

Horst hat Herz. Und Horst hat Schwein. Weil seine Herzklappen kaputt waren und er im Kasino beim Roulette umgefallen ist. Jetzt hat er Herzklappen von einem Schwein und konnte nicht mehr Maximum auf die Kleine Serie setzen. Horst hat auch Autolackierung. Oder besser gesagt, er hatte Autolackierung. Weil Horst auch Kinder hat, und die Kinder nur auf sein Erbe aus sind, hat Horst die Autolackierung verkauft. Jetzt hat Horst nur noch ein 5 Sterne Luxushotel irgendwo im Allgäu oder in den Alpen. Aber auf jeden Fall in Österreich. Weil da hat Horst wenig Steuern.

Horst hat aber vor allem eins, nämlich sehr viel Geld. Naja eigentlich hat er auch das nicht mehr. Denn Horst ist leider am Wochenende verstorben. Gestorben ist er, wie es sich für einen Spieler gehört beim Spielen, an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die Ärzte wollten sich da nicht so festlegen. Leider nicht um tausende von Euros, sondern im Millionörsaltenheim. während er „Mensch ärger dich nicht” gespielt hat. Im gesegneten Alter von 95 Jahren, hat er sich nun auch seine Ruhe verdient.

Warum erzähl ich euch von Horst? Und vor allem warum nenn ich ihn WSOP Horst? Die Sache ist ganz einfach: er war ein guter Freund, ein Spieler und war schon vor der WSOP in Vegas und auch jedes Jahr dort. Das letzte mal vor 2006 mit 93 Jahren. Mitgespielt hat er selten. Das All In war nicht sein Ding, und richtiges Poker wurde dort eh nicht gespielt. Poker mit zwei Karten war nichts für ihn. Aber er hat mit Doyle Brunson oder wie er es aussprach Doil Brunzn und dem Ivie gespielt. Dem Jungen hat er sogar mal eine Pizza spendiert, weil er Angst hatte, er verhungert. Da er ständig diese Geschichten erzählt hat, wurde er eben WSOP Horst genannt.

Kennen gelernt habe ich ihn irgendwann in den Achtzigern. Er war damals schon 70 oder älter, ich weiß es nicht mehr so genau. Was ich aber weiß, wie ich ihn kennen gelernt habe. Ich saß in einer illegalen Spielhölle - Kasino d’Amour. Der Name ist wirklich wahr, und ihr könnt euch sicher denken was es da noch so gab. Wir spielten gerade eine Partie Poker, Pot Limit 5-Card Draw mit 5 DM Ante. Die Partie konnte oftmals doch recht teuer werden, weil die meisten Spieler mehrere Tausend Mark vor sich liegen hatten. Auf jeden Fall kam irgendwann mal Horst rein - ich war mehr oder weniger neu in dem Kasino. Seine Worte waren: „Ich will ein privates Zimmer, mit einem 50 Mark Ante Tisch und eine blonde Nutte mit großen Brüsten, die mir einen bläst.”

Manche Besucher lachten, manche schauten verstört, aber ein „Croupier” lief los und regelte tatsächlich alles. Ich fragte in der Runde, ob er das wirklich ernst meint. Doch die antworteten nur, dass ich es selbst raus finden muss. Der Croupier kam zurück und annoncierte, dass oben ein Tisch geöffnet wurde mit 50 DM Ante und einem mindesten Table Stake von 25.000 DM. Das war damals eine Menge Geld. Vor allem für mich. Ich hatte neben ein paar Investitionen vielleicht 60.000 Mark zur Verfügung und höchstens 10.000 dabei. Aber mitspielen wollte ich schon, und als ich sah, dass die schlechtesten Spieler am Tisch gingen, musste ich auch hin. Also Schmuck und Auto verpfändet und Bürgen gefunden, damit ich das Geld zusammen gebracht habe.

In dem Moment dachte ich noch, dass die Nutte ein Spaß war. Und auch als ich ins Zimmer kam war keine Nutte dort. Ich hielt es für einen Spruch von einem guten Spieler. Meine Zweifel, ob ich hier wirklich gewinnen könnte beseitigten jedoch die anderen Mitspieler. Ich muss sagen, dass war eine Situation, in der ich nicht betrogen habe. Das Spiel ging dann los, ein Kellner war im Zimmer und auf einmal kam auch die eine oder andere Nutte rein. Mein Gott es war ja schließlich ein Bordell, ich dachte mir nichts dabei. Doch was dann passierte, werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen. WSOP Hotte bezahlte eine Runde. Was für eine Runde könnt ihr euch wohl denken. Einige Spieler nahmen an, suchten sich eine Nutte aus und diese ging dann unter den Tisch.

Könnt ihr euch vorstellen wie eine Person aussieht, die gerade einen geblasen bekommt und gleichzeitig mehrere Tausend Mark gewinnt oder verliert? Ich schon, und es ist nicht sonderlich angenehm. Vor allem WSOP Horst konzentrierte sich nicht aufs Spiel. Ihm war das Geld egal, so dass er bis zum seinem Orgasmus bereits die ersten 25.000 verloren hatte. Das war wohl einer der teuersten Orgasmen, die ich erlebt habe. Danach spielte er etwas besser, jedoch war ihm das Geld wirklich egal. Ich konnte den Abend mit ca. 80.000 Gewinn abschließen und hatte ein neues Level an Glücksspiel und vor allem ein neues Opfer kennen gelernt.

Jetzt aber genug für heute. Ein andres Mal erzähl ich euch mehr.

Gruß
Vlad

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9 responses to "WSOP Horst - oder warum Glücksspiel so furchtbar profitabel sein kann."

  1. # Bonushure commented on Januar 26th, 2009:

    Was this article interesting? YES

    Gute Geschichte!

  2. # The Sensemän commented on Januar 26th, 2009:

    Haha erinnert mich so langsam an die Stories von Toxic xD

    Immer wieder sehr witzig und interessant, deine Erzählungen.. Weiter so :)

  3. # LeoN commented on Januar 26th, 2009:

    Sehr geile Geschichte, mehr davon!

  4. # ostarr commented on Januar 27th, 2009:

    haha witzige geschichte, immer wider ein vergnügen deine blogs zu lesen, weiter so und freue mich schon auf das nächste update, weiterhin gute besserung….

  5. # qwee commented on Januar 27th, 2009:

    Sehr gut!

  6. # iddqd commented on Januar 28th, 2009:

    coole story! die bonushure hätte den blowjob sicherlich angenommen! ;)

  7. # Toxic commented on Januar 28th, 2009:

    Servus Vlad,

    ein echter Knaller Deine Story. So jemanden möchte ich auch mal treffen :-)

    Meinst Du es gibt auch heute noch so “Verrückte”?

    Aloha

    Toxic

  8. # vladimirj commented on Februar 3rd, 2009:

    Da gibt es noch eine Menge Geschichten von WSOP Horst. Bei Gelegenheit werde ich sicher noch die ein oder zum Besten geben. Er war einfach ein Original.

    Bestimmt gibt es auch heute noch solche Charaktäre. Das Problem ist einfach, dass sie oftmals nicht mehr die Gelegenheit haben ihre Persönlichkeit so auszuleben. Oder es auch einfach nicht mehr wollen, weil sich doch eine Menge geändert hat.

    Jede Zeit hat ihre Persönlichkeiten.

  9. # Betrüger - Aus dem Leben eines Taugenichts » Mein letzter Betrug an WSOP Horst pingbacked on April 15th, 2009:

    [...] vor allem dem Geld egal war. In einem älteren Beitrag habe ich ja bereits geschrieben, wie ich  WSOP Horst kennen gelernt habe und woher sein Name kommt. Im Laufe der Jahre habe ich viel Poker mit ihm [...]

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