Juli 22, 2008

Zu Besuch bei Luca

Losgefahren bin ich Donnerstag Nachts und war dann Freitag Nachmittag unten. Luca hatte auch schon gewartet und wir legten auch gleich los - mit Trinken. Er erzählte mir noch was er in der Zwischenzeit so getrieben hat, stolz von seinem “Luca-Trick”, wie er ihn mittlerweile nennt, und wie er dazu gekommen ist Falschspielzubehör zu verkaufen.

Nachdem die Sache war, wo er angeschossen wurde, ist er nach Kroatien abgehauen. Mit seinem Geld hat er sich ein Hotel gekauft und zwei weitere, die aber renovierungsbedürftig waren. Sein erstes Hotel lief recht gut, so konnte er dann auch bald sein zweites und drittes aufmachen. Und wie das mit Spielern so ist, obwohl er sich nie als einer gesehen hat, ist er in eine Pokerrunde gerutscht. Andere Hoteliers und Gastronomen haben dort mit reichen Touristen gespielt. Luca war leider nie ein besonders guter Spieler, aber es hat ausgereicht um in dieser Runde Break-Even zu spielen. Er hat dann mit der Zeit auch angefangen Gäste von ihm in das Spiel zu bringen.

Da war dann auch mal einer dabei, der über mehrere Wochen im Hotel gewohnt hat, und trotz anfänglichen Gewinnen, am Ende Pleite war. Er konnte dann die Hotelrechnung nicht bezahlen und hat Luca angeboten ihm zu verraten wie man Karten markiert. Luca, als möchtegern Falschspieler, hat da sofort zugeschlagen. Die Formel ist wie ich gesehen habe eigentlich recht gut. Man konnte auf mehreren Sorten von Karten die gleiche “Farbe” auftragen und bei keinen war es sichtbar. Ich selbst benutze für jede Sorte von Karten eine eigene Mischung. Leider wollte Luca mir seine Formel nicht verraten.

Da er jetzt die Formel hatte und genügend Zeit - seine Hotels waren alle fertig und liefen - wollte er sie natürlich auch anwenden. Damit bei dem Spiel zu bescheißen war ihm dann doch zu heiß. Er hatte aus seiner Geschichte gelernt. Also entschied er sich Karten zu markieren und zu verkaufen. Da die Hotels recht gut liefen, hatte er auch genügend Geld um richtig zu investieren. Er engagierte zwei Mitarbeiter, richtete eine “Werkstatt” auf dem Land ein und versuchte an Bauanleitungen für weitere Gimmicks zu kommen. Er war dabei doch recht erfolgreich und hat mittlerweile ein ansehnliches Angebot. Gezinkte Karten jeder Firma, schön unauffällig markiert und wieder original verpackt. Tisch mit Kameras und Gimmicks um Karten zurück zu halten. Gezinkte Würfel, und falsche Bretter für BackGammon und andere Brettspiele. Eigentlich fast alles was man so braucht.

Was mich aber wirklich beeindruckt hat, war eine eigene Erfindung von ihm. Ein gezinkter Würfel für BackGammon. Der Würfel ist, wie normalerweise beim BackGammon üblich, nicht durchsichtig. Luce stellt die Würfel selbst mit einem Hohlraum im Inneren her. Dieser ist mit kleinen Metallkügelchen und einem Öl gefüllt. Das Öl ist recht dickflüssig, so dass die Kugeln sich kaum bewegen. Hällt man jetzt aber die Würfel in der Hand, wird das Öl durch die Körperwärme etwas dünner und die Kugeln fallen auf den Boden. Diese Seite ist nun etwas schwerer und landet damit auch öfters unten beim Würfeln. Beim Würfeln selbst, werden die Kügelchen aber durch ihre Fliehkräfte in ihrer Position gehalten. So hat man den Vorteil, dass jeder andere mit den Würfeln würfeln kann ohne zu kapieren, dass sie gezinkt sind.

Ich hätte nicht gedacht, dass Luca mal auf solche Ideen kommt. Er hat mich wirklich beeindruckt. Vor allem wundere ich mich, dass ich nie auf die Idee gekommen bin.

Und da ich das ganze Wochenende von Luca ausgehalten wurde, daher auch hier seine Bitte. Wenn jemand Interesse an irgendwelchen Gimmicks hat. Soll er sich bei mir melden. Ich leite dann alles an ihn weiter.
Vorerst wünsche ich euch noch eine schöne Nacht. Gruß Vlad.

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4 responses to "Zu Besuch bei Luca"

  1. # Sky commented on Juli 24th, 2008:

    > So hat man den Vorteil, dass jeder andere mit den Würfeln würfeln kann ohne zu kapieren, dass sie gezinkt sind.

    Erinnert mich an die “alte rumänische” Geschichte, dass man vor dem Würfeln diese in der Hand halten muss (und ggf. darauf spucken ;).
    Ja, ich kenne von früher (als ich noch gewürfelt habe, meist BG) noch einige Brüder, die die Würfel aufwärmten. Das mag schon seinen Grund gehabt haben, schöne Geschichte wieder!

  2. # Felix Heuschrecke commented on Juli 26th, 2008:

    So ganz verstehe ich das nicht. Was passiert denn nachdem die Würfel aufgewärmt wurden? Fällt dann immer eine 6 oder was? Das würde herzlich wenig bringen, wenn man zb. eine Zwei beim Backgammon bräuchte.

  3. # vladimirj commented on Juli 29th, 2008:

    Nein dann fallen die Kugeln nach unten. Dort wird es dann schwerer. Durch die Fliehkräfte bleiben sie beim würfeln selbst dann auch dort. Man kann also jede Zahl würfeln. Man muss die gegenüberliegende Seite nur davor nach unten halten.

  4. # Felix Heuschrecke commented on Juli 29th, 2008:

    Hi Vladimirj,
    danke für deine Antwort. Alles andere wäre ja auch schwachsinn gewesen. Viel Erfolg noch mit deinem Blog und mach weiter so. Draculas Geschichte war wirklich super, auch wenn ich öfter den Faden verloren habe, weil die Teile zeitlich so weit auseinander lagen. :-)

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