Juni 18, 2008
Kartenzählen - Der Abschluss
So eigentlich gibt es jetzt nicht mehr viel zu sagen. Wer bisher gut aufgepasst hat, der müsste in der Lage sein BlackJack mithilfe des Kartenzählens zu schlagen. Wer nicht, der muss halt weiterhin Poker spielen. Die Aktion war ein Versuch und ich denke so etwas werde ich mal wieder machen. Was jetzt noch etwas kaotisch war wird sich bis dahin sicher bessern. Ich hoffe es hat euch trotzdem etwas Spaß gemacht. Wenn ihr noch Fragen haben solltet, dann nur raus damit, ich beantworte sie auch gerne noch im Nachhinein. Jetzt zum Abschluss noch ein paar Buchempfehlungen.
Deutsche Bücher:
Da sind die Bücher von Michael Rüsenberg zu empfehlen. Diese sind genau so gut für Einsteiger wie für Fortgeschrittene zu lesen. Vor allem für die Spieler, die sich hauptsächlich in Europa aufhalten, wo die BlackJack Regeln doch ziemlich ähnlich sind.
Englische Bücher:
Da kommt man an den beiden Standardwerken von Stanford Wong nicht vorbei. Wer in Amerika spielen will oder die Basisstrategie für andere Spielregeln lernen muss, braucht unbedingt diese beiden Bücher. Gehen sehr tief in die Materie und sind in einem sehr guten und verständlichen Englisch geschrieben. Daher unbedingt zu empfehlen.
Andere Zählarten:
Hier nur das Buch zum KO Count. Ich selbst habe Knock-Out BlackJack nur einmal kurz überflogen und mir schien diese Zählweise keinen Vorteil zu bringen. Daher habe ich mich auch nicht tiefer damit beschäftigt. Aber für alle, die ihren Horizont erweitern wollen sicher zu empfehlen. Ist allerdings in Englisch geschrieben.
Unterhaltung
Beat the Dealer ist natürlich DAS Buch über Karten zählen. Edward Thorp erzählt dabei wie er aufs Kartenzählen gekommen ist und wie er angefangen hat. Interessant ist vor allem seine Geschichte über seine Finanziers. Er nennt sie Mr X und Mr Y glaube ich. Aber es ist ein offenes Geheimniss, dass sich dahinter irgendwelche Mafiagrößen verbargen, die so ihrer Konkurenz bei den Kasinos schaden wollten. Bringing down the house und Breaking Las Vegas kenne ich nicht, aber wenigstens eins davon behandelt die Geschichte von MIT Studenten, die richtig fett in Vegas mit Kartenzählen abgeräumt haben. Der Poper Pro Andi Bloch war damals auch dabei und im Kino läuft grad ein Film drüber. Sind sicher auch mal interessant zur Entspannung. Auch hier wieder alle in Englisch geschrieben, aber wenigstens Beat the Dealer ist sehr leicht lesbar, die anderen kenne ich nicht.
Hallo Vlad, vielen Dank für Deine interessanten und amüsanten Beiträge.
Hier von mir einige Bemerkungen zum Thema Kartenzählen beim Blackjack. Ich erfuhr von dieser Möglichkeit zum ersten Mal in einer Fernsehsendung so Ende der 70er/Anfang der 80er herum. Es wurde darin der amerikanische Profispieler Ken Uston http://en.wikipedia.org/wiki/Ken_Uston vorgestellt, der damals gerade in Deutschland weilte. Er spielte extra fürs Fernsehen eine knappe Viertelstunde in einem deutschen Casino, von dem es für diese begrenze Zeit eine Drehgenehmigung gab und machte hierbei einige tausend Mark Gewinn. Wenige Jahre später gab es dann für alle möglichen Videospielgeräte das Programm “Ken Ustons Blackjack”, mit dem man Card Counting üben konnte (das Ken Uston-Programm für den Commodore C64 funktioniert noch prima via C64-Emulator auf einem normalen PC :-)). Wenn man den Film “21″ sieht oder vom MIT-Team hört, dann erinnert das an das Bandenspiel, welches Ken Uston bereits in den 70ern mit enormem Erfolg gespielt hat.
Und damit komme ich zum Kern… richtig Geld konnte man im Blackjack als einzelne Person nur in der Zeit machen, als noch mit einem Single Deck, also nur 52 Karten gespielt wurde. Als die Casinos merkten, daß die Bank mit Kartenzählen geschlagen werden konnte, erhöhte man die Anzahl der Decks auf mittlerweile 6 Stück und stach nach dem Mischen zusätzlich eine größere Anzahl von Karten ab, die dadurch nicht mehr zur Austeilung kamen. Für einzelne Personen ist dadurch Card Counting zu einer brotlosen Kunst verkommen… die bloße Anwendung der Basisstrategie erhält der Bank immer noch einen Hausvorteil, und erst das Counting ermöglicht bei durchgehend korrektem Spiel das eine oder andere Prozent Gewinn - nur, mit welchem zeitlichen Aufwand!? Ich kannte früher einige Studenten aus den Naturwissenschaften, also keine eigentlichen Zocker, die sich in Card Counting versuchten, um sich neben dem Studium etwas Geld zu erspielen. Sie hatten es mangels Effizienz schnell wieder aufgegeben und sich “normale” Nebenjobs gesucht
Gruß Jürgen
Hi Jürgen,
du hast natürlich recht. Die Kasinos machen es den Spielern immer schwerer. Und das große Geld verdient man mit Kartenzählen nicht mehr. Allerdings ist immer noch eine Menge zu holen, vor allem wenn man weltweit spielt. Es gibt zig mal mehr BlackJack Tische als Roulette zum Beispiel.
Wo du meiner Meinung nach unrecht hast ist dass es für einen einzelnen Spieler weniger profitabel ist. Es ist für ihn profitabler, da er die ganzen Gewinne einsackt. Er muss dazu nur weit aus auffälliger spielen als in einer Gruppe. Aber ich denke mal du hast es so gemeint. In dem Film 21 wird das Gruppenspiel ja sehr schön beschrieben.
Gruß Vlad