Juni 11, 2008
Der Verkauf von Draculas Schloss III
Bevor ich morgen hoffentlich das letzte Kapitel zum Thema Kartenzählen schreibe hier noch wie der Verkauf von Draculas Schloss weiter ging. Falls ihr noch Fragen zu BlackJack haben solltet jetzt raus damit, oder wenn etwas nicht klar ist. Ich beantworte dann alle nochmal morgen. So aber jetzt weiter zu Mr LA. Hier und hier ist die Vorgeschichte.
Morgens haben wir dann Mr LA geweckt und ihn gebeten mitzukommen. Naja geweckt ist übertrieben, er war ja schon wach. Wir haben dann noch ausgiebig gefrühstückt und sind dann los gefahren. Auf dem Weg in Richtung Brasov, da liegt das Schloss in der Nähe, haben wir ihn dann aufgeklärt. Nicht das er noch Angst bekommt wir wollen ihn entführen. Leute die Angst haben sind keine guten Opfer.
Bevor ich weiter erzähle, will ich euch aber erstmal die Leute vorstellen mit denen ich da zusammen gearbeitet habe. Da war zum Einen Mihael, einer meiner ältesten Freunde und jemandem dem ich zu 100% vertraut habe. Wir waren als Kinder und Jugendliche fast unzertrennlich und sind dann auch gemeinsam “ausgewandert”. Dann war da noch Cristina, gerade mal Anfang 20 und so wie man sich eine russische Top Spionin vorstellt. Sie sprach fließend russisch, rumänisch, französisch, italienisch, englisch, deutsch und ungarisch. Sie entsprach wirklich allen Klischees, die man sich vorstellen kann. Konnte jeden Mann um den Finger wickeln und einem das Gefühl geben, dass man das Wichtigste in ihrem Leben ist und gleichzeitig so wenig von sich preis geben. Wir anderen wussten nie wirklich viel über sie. Sie hatte auch zig Geschichten auf Lager wo sie herkommt. Mal war sie eine Edelhure aus Russland, mal eine ehemalige tschechische Adelige. Um ehrlich zu sein weiß ich nichtmal ob sie Cristina hieß. Es ist öfters vorgekommen, dass sie mit einem ganz anderen Namen angesprochen wurde und auf den genau so reagierte. Zu ihr gibt es zig Geschichten zu erzählen, aber das dann ein andres mal. Die letzten zwei in dem Team waren Gerhard und Richard, zwei waschechte Österreicher. Die Familie war ehemals adelig, zwar nur kleiner Landadel, aber sie haben sich eine Menge darauf eingebildet. Zwei Brüder, wie sie unterschiedlich nicht sein konnten. Gerhard war ein Mathegenie, egal um was es ging er konnte es berechnen. Richard dagegen konnte eine Sprache in wenigen Tagen fast lernen. Ich weiß gar nicht wieviele Sprachen er fließend sprach, aber er konnte sich in den meisten Ländern aus dem Osten fließend verständigen. Beide waren hauptsächlich damit beschäftigt Schwarzgeld aus dem Osten in Österreich zu investieren und anders herum.
Zur Mittagszeit kamen wir dann bei dem Schloss an. Cristina hatte alles geregelt, wir hatten das Schloss 24h für uns. Sie hat sich um rumänisches Personal gekümmert, die so taten als wären sie dort angestellt und dafür gesorgt, dass die auch wirklich nur rumänisch sprachen. So konnten wir sicher sein nicht aufzufliegen. Wir kamen dort an und ich ließ uns erst einmal zu dem Verwalter führen. Das der Verwalter einer von uns war - Richard - sollte euch klar sein. Er empfing uns missmutig, wie man es von einem Kommunisten, dessen Ideale gerade zerstört wurden, natürlich erwartete. Doch nachdem ich ihm für Mr LA sichtbar einen Hunderter in die Hand gedrückt habe heiterte sich seine Laune schlagartig auf. Er lud uns drei dann zu einer Führung ein. Doch bevor es los gehen sollte, wollte er noch mit uns gemeinsam zu mittag essen.
Während wir dann aßen erzählte er die Geschichte des Schlosses, vor allem die während er es verwaltete. Das die Regierung kaum noch Geld investierte und natürlich auch, dass das Schloss nur noch einen Bruchteil seines eigentlichen Wertes wert ist. Die Zeit verging und es war dann schon Nachmittag als wir uns das Schloss anschauen wollten. Die Führung war großartig, entweder hatte Richard sich wirklich informiert oder er erfand Geschichten aus dem stehgreif, die perfekt passten. Dabei lies ich dann so beiläufig zu Mihael den Kommentar fallen, dass man eigentlich das ganze Schloss jetzt schnell kaufen sollte und was man damit alles anstellen könnte. Natürlich hörte Mr LA das und mischte sich sofort mit ein. Er würde hier einen zweiten Teil seines Filmes drehen, könnte Parties veranstallten usw. Er schien wirklich begeistert, hatte Lunte gerochen und wir freuten uns, dass er angebissen hat.
Als die Führung vorbei war, setzten wir uns noch hin zu einem gemeinsamen Kaffee. Während wir so tranken stürmte auf einmal ganz aufgeregt eine von den angestellten herein, fuchtelte wild mit den armen, fluchte und sagte auf rumänisch zu mir: “Da draußen sind zwei, die haben mir gesagt ich soll schnell herein kommen und dir sagen, dass Sie dir einen blasen will. Und wenn ich mich nicht beeile, hat diese Hure gemeint, dann besorgt sie es mir. Dafür wurde ich nicht eingestellt. Ich gehe jetzt und will sofort mein Geld haben!” - Naja so ähnlich war es, den genauen wortlaut weiß ich heute auch nicht mehr. Wir mussten uns das Lachen verkneifen, denn wir mussten ja Geschockt aussehen. Ich stand dann auf begleitete die Dame an die Tür, gab ihr ihr Geld und ging raus. Richard konnte gar nichts mehr sagen und Mihael klärte Mr LA auf was passiert ist. Während er erklärte, dass Gerhard von Habsburg, die rechtmäßige Monarchenfamilie Rumäniens, hier ist und sein Schloss besichtigen will, kamen auch schon der edle Herr mit seiner Privatsekräterin. Sie setzten sich ohne und groß zu beachten an den Tisch und die Sekräterin fragte auf englisch wer hier für alles verantwortlich ist.
Hallo Vlad,
freu mich schon auf die Fortsetzung.
Möchte Dich und die anderen geneigten und freundlichen Leser Deines Blogs auf gewisse Parallelen zu Geschichten mit den Panzerknackern, die versuchen Dagobert Duck auszutricksen, hinweisen.
Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg!
Sky
Meinst du damit jetzt eine konkrete Geschichte aus dem Comics oder ist das eine Anspielung, die ich in meinem Alter nur nicht mehr verstehe?
Lieber Vlad, nun, die Materie, also einen reichen Mann (Dago Duck) mit Hilfe einiger Unterstützer (Panzerknacker, Gundel, eventuell noch ein manipulierter Gustav oder Donald) um einige Taler zu erleichtern ist Entenhausen pur!
Weiss natürlich nicht, ob Du die lustigen Taschenbücher (LTBs) oder Carl Barks kennst.
LG
Hallo Sky,
ja ich kenn die Bücher über Dagobert und seine Familie und alle. Wenigstens grob hab ich sie schon mal gelesen. Aber von der Sichtweise habe ich es noch nie gesehen. Du hast aber recht. Eigentlich geht es genau darum, ob nun im Comic oder im echten Leben. Nur in echt ist der Ausgang nicht immer so positiv.
Gruß Vlad