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Mai 27, 2008

Kartenzählen - das Kartenzählen

So wie ihr eure Verluste minimiert wisst ihr jetzt schon. Die Basisstrategie führt nämlich genau dazu, ihr verliert ca. 0,5% eurer Hände und eures Einsatzes auf lange Sicht. Je nachdem welche Karten gefallen sind verändert sich aber diese Wahrscheinlichkeit. Sie wird mal niedriger sein und ihr würdet 5% verlieren und sie wird mal höher sein und ihr werdet 5% gewinnen. Durch das Kartenzählen könnt ihr diese Wahrscheinlichkeiten nicht verändern, auf lange Sicht werdet ihr immer 0,5% eurer Hände verlieren. Ihr werdet aber mithilfe des Kartenzählens wissen wann ihr im Vorteil seid und wann im Nachteil. Das bedeutet obwohl ihr 0,5% der Hände verliert, setzt ihr in den Händen wo ihr einen Vorteil habt mehr als in den Händen in denen ihr im Nachteil seid. Dadurch verliert ihr auf lange Sicht zwar mehr Hände wie ihr gewinnt, aber in den Händen wo ihr gewinnt, gewinnt ihr mehr Geld als ihr in den Händen wo ihr verliert, verliert.

Hört sich komplizierter an als es ist. Kurz gesagt wisst ihr durch das Kartenzählen immer eure Gewinnwahrscheinlichkeit und könnt euren Einsatz daran anpassen. Am besten setzt ihr das Maximum wenn ihr im Vorteil seid und das Minimum wenn ihr im Nachteil seid.

Es gibt unzählige Methoden um die Karten zu zählen. Ich werde nachher nur auf den HiLo Count eingehen und die anderen nur kurz erwähnen. Die Basis für alle Zählmethoden ist jedoch die Änderung der Gewinnwahrscheinlichkeit wenn man eine Karte aus dem Deck einfernt. Hier nochmal kurz die Veränderung der Gewinnerwartung nach dem entfernen einer Karte aus einem Deck:
2 (+0,39); 3 (+0,46); 4 (+0,6); 5 (+0,78); 6 (+0,46); 7 (+0,3); 8 (0); 9 (-0,19); T (-0,49); A (-0,59).

Beim HiLo Count gibt es jetzt nur 3 Werte: -1; 0; +1. Diese werden jetzt den einzelnen Karten zugeordnet. 2; 3; 4; 5; 6 wird der Wert +1 zugeordnet, 7; 8; 9 der Wert 0 und den Kopfkarten (T) und dem As (A) wird der Wert -1 zugeordnet. Wie man nun sieht verzichtet der HiLo Count der Einfachheit halber auf Genauigkeit. Eine zwei hat den gleichen Wert wie eine Fünf, jedoch verbessert sie die Gewinnwahrscheinlichkeit um fast 0,4% weniger. Man rechnet hier aber mit Durchschnittswerten. Das Spiel im Kasino ist schon schwer genug, so dass man auf ein paar Promille Gewinn verzichtet um weniger Fehler machen zu können.Wer jedoch will und es kann, kann auch mit den eigentlichen Wahrscheinlichkeiten counten.

Doch wie geht nun Counten an sich? Wie der Name schon sagt zählt man einfach die den Karten zugeordneten Werte. Fällt eine Zwei dann zählt man +1, fällt jetzt noch eine Sechs dann nimmt man nochmals +1 und ist bereits bei +2. Fällt jetzt eine Dame, dann zählt man -1 und ist wieder bei +1. So geht dass dann ständig weiter und so lange das Deck nicht gemischt wird zählt man munter mit. Mit jeder neu gesehenen Karte könnt ihr nun eure Wahrscheinlichkeit neu ausrechnen. Doch vorsicht, +1 bedeutet nicht, dass sich die Wahrscheinlichkeit um +1% verändert. Sie verändert sich nämlich immer nur um ca. 0,5%. Habt ihr also einen Count von +6, dann hat sich die Wahrscheinlichkeit um 3% zu euren Gunsten verändert.

Jedoch seid ihr damit noch kein 3% Favorit. Wie am Anfang gesagt habt ihr mit der Basisstrategie einen Nachteil von ca. 0,5%, diesen müsst ihr noch dazu zählen. Bei einem Count von +6 habt ihr also eine positive Gewinnwahrscheinlichkeit von 2.5%. Ihr könnt dies auch umgehen indem ihr einfach wenn das Deck neu angefangen wird gleich bei -1 anfangt.

Anfangen müsst ihr mit dem Counten natürlich immer wenn das Deck neu losgeht. In deutschen Kasinos und auch in den meisten anderen mittlerweile gibt es jetzt noch ein Problem. Wir sind hier bisher immer nur von einem Deck ausgegangen. Die Kasinos haben aber meistens mehrere Decks. Daher müsst ihr euren Count auch noch an die restlichen Decks anpassen. Das bedeutet ihr teilt den Count durch die Anzahl an im Spiel verbliebenen Decks. Habt ihr einen Count von 9 und es sind noch 3 Decks im Spiel, dann müsst ihr 9 durch 3 teilen und euer eigentlicher Count mit dem ihr eure Wahrscheinlichkeit ausrechnen könnt wäre (9:3=)3. Hier reicht es aus wenn ihr mit halben Decks rechnet bzw. darauf auf- oder abrundet.

Jetzt wisst ihr wie man Karten zählt und könnt in jeder Situation berechnen wie hoch eure Gewinnwahrscheinlichkeit ist. Daran müsst ihr jetzt nur noch eure Einsatzhöhe anpassen. Ideal wäre es natürlich wenn ihr so lange ihr einen Nachteil habt nur das Minimum setzt und wenn ihr einen Vorteil habt das Maximum. Aber erstens ist dies ziemlich auffällig und zweitens braucht es dazu eine sehr hohe Bankroll. Doch zu den beiden Themen gibt es später mehr.

Um im Eifer des Gefächts keine Fehler zu machen heißt es üben. Üben schnell die Karten zu zählen und abzuschätzen wieviele Decks bereits gefallen sind um raus zu bekommen wieviele noch im Spiel sind. Zum Üben empfiehlt es sich wirklich mal im Kasino vorbei zu schauen. Man muss ja selbst gar nicht spielen sondern einfach nur Counten. Je besser ihr werdet und je mehr Übung ihr habt umso einfacher wird es euch fallen. Irgendwann könnt ihr nicht nur eine Karte auf einmal aufnehmen sondern zwei, drei oder sogar noch mehr. Und ihr werdet auch ohne Probleme mithilfe der Dicke des ausgespielten Stapels die restlichen Decks ermitteln können. Dazu noch ein Tip, falls ihr damit Probleme habt. Pro gespielter Runde werden im Durchschnitt 21 Karten ausgeteilt. Nach ca. fünf Runden sind also zwei Decks ausgespielt worden.

Das wars für heute und ich wünsche euch noch einen schönen Abend.

Gruß Vlad

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