Mai 18, 2008
Der Verkauf von Draculas Schloss I
Es war kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, Ceausescu, den rumänischen Diktator haben sie erschossen und die halbe Welt war der Meinung, dass es im Ostblock eine Menge zu verschenken gab. Zu dieser Zeit war ich mit ein paar Bekannten in Österreich unterwegs. Wir haben hier und dort ein paar Dinger gedreht und so nicht schlecht davon gelebt. Durch Zufall sind wir an einen Ami gekommen, er erzählte er sei Schauspieler. Nennen wir ihn einfach mal Mr. LA. In Wirklichkeit war er aber ein Zuhälter mit mehreren Nachtclubs in USA und jetzt auf der Suche nach billigen und willigen osteuropäischen Mädchen. Geld hatte er genug und er war ein riesen Fan von Graf Dracula, seiner bisher größten Rolle wie er erzählte. Also was macht man in so einer Situation? Man bietet ihm an Kontakte zu rumänischen Mädchen zu vermitteln, doch anstatt Mädchen verkauft man ihm Schloss Bran, das Schloss von Vlad Tebes, dem echten Graf Dracula.
Hört sich blöd und übertrieben an, aber die Bedingungen waren alle perfekt. Mr LA war völlig von sich überzeugt, jeder war der Meinung, dass man in Rumänien alles kaufen konnte und mit der entsprechenden Summe konnte man auch einiges in die Wege leiten. Und das schönste an der Sache, Mr LA war ein arrogantes Arschloch, der es verdient hat eins drauf zu bekommen. Aber das Schloss wirklich zu verkaufen wäre nicht möglich gewesen. Und selbst wenn man es bekommen hätte, hätte man es nicht lange behalten dürfen. Man konnte nämlich davon ausgehen, dass die rechtmäßigen Besitzer die vertriebenen Habsburg Monarchen es zurück fordern würden. Das lustige an der Geschichte ist eigentlich, dass mittlerweile, nachdem das Schloss wieder im Habsburger Besitz ist es zum Verkauf steht.
So jetzt aber die Geschichte von Anfang an. Kennen gelernt hat einer aus unserem Team Mr LA natürlich wie kann es anders sein beim Zocken. Nach dem ein oder anderen Drink erzählte Mr LA er suche Frauen für ein Filmprojekt, am besten welche aus Osteuropa. Er wird sie dort ganz groß rausbringen. Nach ein paar weiteren Treffen und weiteren Drinks, erzählte er dann, dass er Frauen für seine Clubs sucht. Damit war die Sache eigentlich für uns gegessen, das ist und war nicht unser Metier. Aber sein Pech war, dass er uns schon seine ganze Lebensgeschichte und vor allem seine Film Erfolge erzählt hat und wir hatten nicht mehr viel Geld und keinen Kunden in aussicht. Also was macht man in so einer Situation? Man nimmt den Nächstbesten und überlegt sich wie man ihn übers Ohr hauen kann.
Nachdem wir dann ein wenig nachgedacht haben, ist uns die Idee gekommen dem guten Mr LA doch das zu verkaufen was ja rechtmäßig eh ihm gehört als bester Dracula Darsteller aller Zeiten - nämlich das Schloss Bran. Aber zunächst einmal mussten wir ihn nach Rumänien bekommen, und dazu versprechen wir ihm dort ein Casting und viele hübsche Mädels. Der Flug wurde gebucht und wir flogen zusammen nach Rumänien. Mr LA, mein Partner und ich sowie noch drei weitere Partner, von denen Mr LA allerdings nichts wusste. Um die Sache einfacher zu machen wurde aus Mr LA Mr Sorin Petrescu.
Einchecken in Österreich ging völlig problemlos, allerdings schaute Mr LA ziemlich dumm aus der Wäsche als er in Rumänien auf rumänisch angesprochen wurde.
Sehr gute Geschichte, bin schon auf die Fortsetzung gespannt.
Niveau kann man eben nicht lernen!
[…] wenn etwas nicht klar ist. Ich beantworte dann alle nochmal morgen. So aber jetzt weiter zu Mr LA. Hier und hier ist die […]