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Mai 14, 2008

Kartenzählen - die Grundlagen

Kurz gesagt bedeutet Kartenzählen, oder auf Englisch card counting, dass man die gefallenen Karten zählt bzw. sich merkt und seine Spielstrategie sowie vor allem die Einsatzhöhe daraufhin verändert. Um sich die gefallenen Karten zu merken gibt es unterschiedliche Systeme und Möglichkeiten, ich werde hier hauptsächlich den Hi-Lo-Count vorstellen. Ebenso wird die Basisstrategie sich an den meisten deutschen Spielbanken orientieren. Aber dazu dann in den entsprechenden Beiträgen mehr.

Die Geschichte des Kartenzählens beginnt eigentlich 1962 mit dem Buch “Beat the Dealer” von dem Mathematikprofessor Dr. E. O. Thorp. Darin beschreibt er genau wie man Karten zählt und gleichzeitig seine Geschichte wie er von zwei Mafia Größen finanziert wurde und in den Kasinos der Konkurenz gespielt hat. Es wird nicht ganz so offiziell, da er nur von Mr. X und Mr. Y redet, aber die Hintergrundgeschichte dürfte da eigentlich bekannt sein. Ein ganz interessantes Buch und Auslöser eines Card Counting Booms, aber nicht das erste zu dem Thema. Baldwin, Cantey, Maisel und McDermott schrieben bereits 1956 für das Journal of the American Statistical Association einen Artikel über “The Optimum Strategy in Blackjack”. Dies kann man wohl als Grundlage für Thorp sehen, was er dann weiter gedacht und verfeinert hat. Allerdings bin ich mir sicher, dass es bereits davor den ein oder anderen gab, der bescheid wusste und danach gespielt hat.

Kartenzählen bassiert auf folgender Grundlage, mit jeder Karte die aus dem Spiel entfernt wird, ändert sich die Gewinnwahrscheinlichkeit. Manche Karten erhöhen sie für den Spieler und andere verschlechtern sie. Spielt man nun die perfekte Strategie - die Basisstrategie - ist der Hausvorteil am geringsten. Fallen jetzt noch die entsprechenden Karten kann dieser sogar auf Null schrumpfen oder negativ für das Haus werden. Das bedeutet in diesen Fällen hat man als Spieler den Vorteil auf seiner Seite und wird auf lange Sicht Gewinn machen. Diese Schwankungen treten natürlich auch auf wenn man keine Karten zählt. Allerdings wird man auf lange Sicht verlieren weil man einfach egal wie man spielt mehr Spiele verliert als man gewinnt. Karten zählen hilft einem nur so, dass man dadurch weiß wann der Vorteil auf der eigenen Seite ist und man dann höher setzen kann. So verliert man zwar immer noch mehr Hände als man gewinnt, man gewinnt aber in den Händen die man gewinnt auf lange Sicht mehr als man in den Händen, die man verliert, verliert.

Hört sich jetzt zwar etwas kompliziert an, ist es aber nicht. Es reicht wenn man sich merkt, dass Kartenzählen einem nur verrät wenn man mit einem positiven Vorteil spielt und wann mit einem negativem. Man muss dann einfach sein Setzverhalten dem anpassen. Wer die Karten zählt, weiß nicht nur wann der Vorteil auf seiner Seite ist sondern kann auch so ca. sagen wie hoch der Vorteil bzw. der Nachteil ist. Wie genau man es weiß kommt immer auf das System an nach welchem man zählt. Die genauen Werte sind folgende:
2 … +0,39%
3 … +0,46%
4 … +0,6%
5 … +0,78%
6 … +0,46%
7 … +0,3%
8 … +0%
9 … -0,19%
T … -0,49%
A … -0,59%

Wie man sieht verändert sich bei den kleinen Karten der Wert positiv für den Spieler und bei den hohen Karten für die Bank. Diese Werte beziehen sich auf die Entfernung einer Karte aus einem Spiel mit einem Deck, als Beispiel wenn man die Herz Sieben entfernt erhöht sich die Gewinnwahrscheinlichkeit für den Spieler um 0,3%. Sind also viele kleine Karten aus dem Spiel und noch viele hohe drin, dann hat der Spieler einen positiven Erwartungswert und andersrum genau umgekehrt.

Die gefallenen Karten zu zählen ist kein Betrug und selbst wenn das Kasino euch erwischt kann euch vom Gesetz her nichts passieren. Das Kasino kann nur von seinem Hausrecht gebrauch machen und euch des Platzes verweisen. Mehr kann euch eigentlich nicht passieren. Außer ihr versucht es bei den Falschen, dann gibts schon mal gebrochene oder abgeschnittene Finger.

Wie man dies jetzt alles umsetzt und genau anpasst gibts dann im nächsten Beitrag. Ich hoffe der Beitrag gefällt euch dieses mal besser, mir tut er es auf jeden Fall.

Gruß Vlad

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